Was ist das Piriformis-Syndrom?
Ich sitze lange am Computer – wie so oft. Beim Aufstehen spüre ich plötzlich einen Schmerz tief im Gesäss. Manchmal zieht er sogar ins Bein. Ich frage mich: «Ist ein Nerv eingeklemmt?» Doch oft steckt etwas anderes dahinter, als man denkt.
Das Gesäss ist nicht nur verspannt
Langes Sitzen gehört für viele zum Alltag. Dabei wird die Muskulatur im Gesäss wenig bewegt und kann sich verspannen. Ein kleiner, tiefliegender Muskel – der Piriformis – spielt hier eine wichtige Rolle. Wenn er gereizt oder verhärtet ist, kann er auf den Ischiasnerv drücken. Der Schmerz zeigt sich dann im Gesäss oder zieht ins Bein. Das fühlt sich ähnlich an wie ein Problem mit der Bandscheibe, hat aber oft eine muskuläre Ursache.
Piriformis und Ischiasnerv arbeiten eng zusammen
Der Piriformis-Muskel liegt tief im Gesäss und verläuft nahe am Ischiasnerv. Dieser Nerv ist der längste Nerv im Körper und zieht vom unteren Rücken bis ins Bein. Wenn der Muskel verspannt ist, kann er den Nerv reizen. Schon kleiner Druck reicht aus, um Schmerzen auszulösen oder ein Kribbeln im Bein zu spüren. Deshalb ist es wichtig zu verstehen: Nicht immer ist der Nerv selbst das Problem – oft ist es die Muskulatur rundherum.
Was dem Muskel und dem Nerv gut tut
Der Körper braucht vor allem Bewegung. Regelmässiges Aufstehen und kleine Spaziergänge entlasten die Muskulatur. Sanftes Dehnen des Gesässes kann Spannungen lösen. Wärme oder eine Massage helfen, den Muskel zu entspannen. Auch gezielte Übungen für Hüfte und Gesäss sind sinnvoll, um den Bereich zu stärken. Wenn die Beschwerden bleiben oder stärker werden, lohnt sich eine genauere Abklärung. Oft kann mit einfachen Massnahmen schon viel verbessert werden.